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Karl-Dieter Bodack - InterRegio

Karl-Dieter Bodack
InterRegio - Die abenteuerliche Geschichte eines beliebten Zugsystems

Format: 210 x 297 mm
192 Seiten,
283 farbige Abbildungen
Euro 29,80 · ISBN: 3-88255-149-6
Januar 2005 erschienen

Aus dem Auftrag, neue Arbeitsfelder für das desolate Bundesbahn-Ausbesserungswerk Weiden zu schaffen, entstand das flächendeckende Zugsystem "InterRegio". Auf 20 Linien fuhren täglich über 400 Züge und bedienten im 2-Stunden-Takt über 300 Orte in der Bundesrepublik. Sie hatten einen einheitlichen Standard mit hohem Komfort, wurden zu Regelfahrpreisen angeboten und schufen dank langer Läufe viele Direktverbindungen: Kein Wunder, dass der InterRegio ab 1993 mit über 60 Millionen Fahrgästen pro Jahr das meistgefragte Fernverkehrsprodukt der DB wurde. Dann wurde es binnen weniger Jahre zerstört: wesentliche Ursache dafür, dass die DB AG das Ziel der Bahnreform, "mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen" verfehlte und gegenüber Pkw und Billigfliegern wenig wettbewerbsfähig ist.
Der Verfasser, Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack, war fast 30 Jahre aktiver Eisenbahner, gelangte vom Leiter eines Bahnbetriebswerks bis in die Vorstandsetage. Er war ein "Mann der ersten Stunde" in diesem Milliarden-DM-Projekt und mischte bis "zum bitteren Ende" bei der DB AG mit. Er beleuchtet die interne Arbeit bei der Bundesbahn und DB AG und lässt miterleben, mit welchem Engagement die hohe Qualität dieses Zugangebots geschaffen wurde und aus welcher Haltung der Verfall, Abbau und Beseitigung vollzogen wurden. Er versucht damit, die gesellschaftlichen Entwicklungen des letzten Jahrzehnts zu verstehen, mit dem Ziel, Wege für zukünftige positive Entwicklungen aufzuzeigen. In Anhängen werden Daten, Fakten und Dokumente wiedergegeben, die es erlauben, die Entwicklungen der DB AG im Fernverkehr nachzuvollziehen und bahnspezifisch in die Fachgebiete der Planungsmethoden, des Marketings und des Designs einzudringen.
Die täglich über 400 angebotenen InterRegio-Züge mit (fast 1500 Reisezugwagen) waren die ersten, durchgängig „organisch“ gestalteten Züge. Sie entstanden aus einer Kooperation des Design-Centers der DB (in dem der Autor verantwortlich war) mit dem Architektur- und Designbüro BPR in Stuttgart und dem Farbgestalter Fritz Fuchs in Järna (Schweden). Die Gestaltungsarbeiten, die Reaktion der Kunden, die damit verbundene Marketingstrategie sowie die Realisierung mit Ansätzen der „Sozialen Dreigliederung“ sind in diesem Buch ausführlich, mit Plänen, Modellfotos, Umfrageergebnissen und vielen Bildern dokumentiert. Die Erfolge des InterRegio (anfänglich 27% mehr Fahrgäste binnen eines Jahres gegenüber den zuvor eingesetzten D-Zügen!) führten dazu, dass auch die erste und zweite Generation der ICE-Züge „organisch“ gestaltet wurden. Interessant ist das Werk, das eigens für die Herstellung der InterRegio-Interieurs unter der künstlerischen Oberleitung von Wolfgang Ebinger in Weiden gebaut wurde: es stellt einen Meilenstein für eine zukunftsweisende Architektur dar, die eine ganz neue „dreigliedrige“ Unternehmenskultur schuf.